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Aus der Fundgrube der Pfarrhausküche
Guten Tag,
liebe Frau Holl (frühere Pfarrhaushälterin),
ich habe Ihr Bild auf der Internet-Homepage Ihres Pfarrers, Herrn
Gruber gesehen und war sehr begeistert. Ich wende mich mit einer
wichtigen Frage an Sie, die Sie sicher aufgrund Ihrer langen
Berufserfahrung beantworten koennen.
Ich bin ein gut schwäbischer Student, der zur Zeit die Uni Tübingen
für ein Jahr verlassen hat und ins Ausland abgewandert ist. So
verbringe ich einige Zeit in Italien, wo die Küche natürlich
auch ganz ausgezeichnet ist. Nun möchte ich den Italienern dort
ein schwäbisches Gericht näherbringen, nämlich Schupfnudeln.
Leider bin ich bisher in der Küche wenig talentiert, und eine
gute Bekannte aus Tuttlingen, die mich auf diese Homepage
aufmerksam gemacht hat, konnte mir leider auch nicht weiterhelfen.
Daher die Frage: wie gelingt es mir, Ihrer Meinung nach, einfach
aber gut echt schwäbische Schupfnudeln zuzubereiten? Meine
italienischen Mitstudenten werden sich sicher sehr freuen!
Für Ihre Hinweise ganz herzlichen Dank!
Jochen
G.
Schupfnudeln
auf Sauerkraut
Schupfen ist ein oberdeutsches Wort und bedeutet
soviel wie wegstoßen. Die Schupfnudeln, ein vor allem in
Oberschwaben beliebtes Gericht, haben ihren Namen von der
typischen Bewegung, mit der sie hergestellt werden - sie werden
auf dem Backbrett mit der flachen Hand weggerollt, weggestoßen.
Die schwäbische Küche ist oftmals derb, ebenso die Sprache. So
nennt der Volksmund die Schupfnudeln wegen ihrer Form auch
Bubaspitzle - oder noch deutlicher Bauraseckele. Man kann die
Schupfnudeln in kochendemWasser garen (wobei Kartoffel- und
Mehlanteil etwa gleich sein sollten), oder man bäckt sie in der
Pfanne in heißem Fett aus (dann sollten sich Kartoffeln und Mehl
ungefähr wie 3: 1 verhalten). Die Kombination der Schupfnudeln
mit Sauerkraut ist außerordentlich reizvoll.
500 g gekochte Kartoffeln,
500 g Mehl, 1 Ei, Muskat, Salz,
2 Zwiebeln, 100 g Fett,
500 g rohes Sauerkraut
1 - 2 Tage alte, gekochte Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken und mit dem Mehl, dem Ei, etwas Muskat und einer Prise Salz zu einem festen Teig kneten. Auf dem bemehlten Backbrett zu fingerlangen und fingerdicken Würstchen formen, "schupfen". In kochendes Wasser geben und nach dem Aufschwimmen mit dem Schaumlöffel herausnehmen und auf dem Backbrett zum Trocknen auslegen. Zwiebeln fein schneiden, in heißem Fett hellgelb rösten, Sauerkraut hinzugeben und heiß dämpfen. Dann die Schupfnudeln beimengen und alles unter öfterem Wenden hellbraun anbacken.
Ich wünsche guten Appetit - auch den italienischen Freunden!
Ihre Blanca Holl
LINSEN UND SPÄTZLE IM KAUKASUS
Liebe Frau Holl,
wir ( ein exilschwabe aus donzdorf und eine schwaebin aus ulm)
haben uns
gerade an ihrem schupfnudelnrezept erfreut. wir haben schon seit
laengeren
eine diskussion, mit 2 weiteren schwaben (aus owen/teck und
ochsenhausen)
wie man den nun linsen mit spätzle kocht. es gibt die variante
linsen im
oder auch ohne sicomatic zu kochen. es wuerde uns in tiflis(tbilisi)
brennend interessieren, wie das denn im donzdorfer pfarrhaus
gehandhabt
wird, denn wir haben noch 500 g importierte linsen, die wir
irgendwie
zubereiten muessen.
die versorgung mit maultaschen, allerdings in einem restaurant
eines
badensers, ist gewaehrleistet, so dass man nicht ganz auf die
gute
schwaebische kueche verzichten muss.
vielen dank auch an herrn pfarrer gruber fuer seine interessante
homepage
viele gruesse aus georgien nach donzdorf
Winfried Maier und Annette Honold
Lieber Herr Maier, liebe Frau
Honold,
Nach Rückfrage bei meiner Haushälterin betreffs Ihrer Anfrage,
deren Antwort:
"Wenn es schnell gehen muß, nehmen Sie den Schnellkochtopf,
ansonsten kochen
Sie sie normal."
Geschmacklich würden ihrer Ansicht nach Speisen im Sicomatik
leiden.
ich hoffe, ich habe Ihrer Wißbegier Genüge getan
Mit freundlichen Grüßen
Anton Gruber, Pfarrer
(C) 05/1998 Katholische Kirchengemeinde St. Martinus, Donzdorf
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